{"id":536,"date":"2026-08-27T11:57:51","date_gmt":"2026-08-27T09:57:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bi-felsberg.de\/?p=536"},"modified":"2026-08-31T08:44:58","modified_gmt":"2026-08-31T06:44:58","slug":"von-der-durchgangsstrasse-zum-lebens-und-verkehrsraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bi-felsberg.de\/?p=536","title":{"rendered":"Von der Durchgangsstra\u00dfe zum Lebens &#8211; und Verkehrsraum"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Neugestaltung der Stra\u00dfen in der historischen Altstadt von Felsberg zeigt, welche enorme Aufwertung hierdurch entstanden ist.  Die Untergasse als wichtigste Verkehrs- und Erschlie\u00dfungsstra\u00dfe ist bisher noch nichts passiert, obwohl einerseits mit der Umgehungstra\u00dfe die Voraussetzungen hierf\u00fcr getroffen wurden und andererseits finanzielle Mittel seitens des Landes zur Verf\u00fcgung gestellt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorstellebar ist die Neugestaltung der Durchgangsstra\u00dfe von einer \u00fcberwiegend verkehrsorientierten Fahrbahn zu einem gemeinsam genutzten, barrierearmen und ortsbildgerechten \u00f6ffentlichen Raum umgestaltet werden. Ziel ist es, die Stra\u00dfe nicht l\u00e4nger als Trennlinie im Ort wahrzunehmen, sondern als verbindenden Aufenthalts-, Begegnungs- und Bewegungsraum f\u00fcr alle Menschen im Quartier.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-code\"><code><\/code><\/pre>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.bi-felsberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildvorlage-Flyer2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.bi-felsberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildvorlage-Flyer2-1024x683.jpg\" alt=\"M\u00f6gliche Neugestaltung der Untergasse\" class=\"wp-image-540\" srcset=\"https:\/\/www.bi-felsberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildvorlage-Flyer2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.bi-felsberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildvorlage-Flyer2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.bi-felsberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildvorlage-Flyer2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.bi-felsberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildvorlage-Flyer2-450x300.jpg 450w, https:\/\/www.bi-felsberg.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildvorlage-Flyer2.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Beispiel einer Neugestaltung<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausgangslage und Handlungsbedarf<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Historische Ortskerne sind h\u00e4ufig durch enge Stra\u00dfenr\u00e4ume, gewachsene Geb\u00e4udestrukturen, geringe Gehwegbreiten und eine hohe Bedeutung des unmittelbaren Wohnumfeldes gepr\u00e4gt. Eine Durchgangsstra\u00dfe erzeugt oftmals L\u00e4rm, Unsicherheit, Barrierewirkungen und eine geringe Aufenthaltsqualit\u00e4t. <br>Gerade \u00e4ltere Anwohnerinnen und Anwohner erleben den Stra\u00dfenraum dann eher als Belastung denn als Teil ihres Wohnumfeldes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Umgestaltung wird der Verkehrsraum neu geordnet: Die Dominanz der Fahrbahn wird zur\u00fcckgenommen, Bordsteine und harte Kanten entfallen, Materialien und Oberfl\u00e4chen werden einheitlich gestaltet und die zul\u00e4ssige Geschwindigkeit wird durch die r\u00e4umliche Gestaltung deutlich reduziert. Der Die Stra\u00dfenraum soll selbsterkl\u00e4rend wirken und gegenseitige R\u00fccksichtnahme f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gestaltungsprinzip des Shared Space<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Shared Space bedeutet, dass die Verkehrsfl\u00e4che nicht mehr strikt in Fahrbahn und Gehweg getrennt ist, sondern von Fu\u00dfg\u00e4ngerinnen und Fu\u00dfg\u00e4ngern, Radfahrenden, Anliegerverkehr, Bussen sowie notwendigen Dienst- und Einsatzfahrzeugen gemeinsam genutzt wird. Durch eine hochwertige, einheitliche Pflasterung, klare Raumkanten, M\u00f6blierung, Beleuchtung, Begr\u00fcnung und taktil erkennbare Komfortzonen entsteht ein Stra\u00dfenraum, der langsam, aufmerksam und r\u00fccksichtsvoll befahren wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders wichtig ist die barrierearme Ausgestaltung: Bewegungsfl\u00e4chen m\u00fcssen gut begeh- und berollbar, rutschhemmend, ausreichend breit und frei von Hindernissen sein. F\u00fcr Menschen mit Rollator, Rollstuhl oder Sehbeeintr\u00e4chtigung werden sichere Orientierungsm\u00f6glichkeiten und durchgehende Komfortbereiche vorgesehen, damit die gemeinsame Nutzung des Raumes nicht zu Unsicherheit f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wohnwertsteigerung f\u00fcr die Anwohnerinnen und Anwohner<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die \u00fcberwiegend \u00e4lteren Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet die Umgestaltung eine sp\u00fcrbare Verbesserung des Alltags. Der Stra\u00dfenraum wird leiser, \u00fcbersichtlicher und besser nutzbar. Wege zum Nachbarn, zur Bushaltestelle, zum Briefkasten oder zu kleinen Versorgungseinrichtungen werden k\u00fcrzer wahrgenommen, weil keine hohe Bordkante, keine schmale Gehwegf\u00fchrung und kein dominanter Durchgangsverkehr mehr \u00fcberwunden werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der neue Shared Space st\u00e4rkt die soziale Teilhabe: Sitzgelegenheiten, ruhige Randbereiche, Begr\u00fcnung und eine angenehme Beleuchtung laden zum Verweilen ein. \u00c4ltere Menschen k\u00f6nnen sich vor der Haust\u00fcr aufhalten, Bekannte treffen und am Ortsleben teilnehmen, ohne sich aus dem Stra\u00dfenraum zur\u00fcckgezogen f\u00fchlen zu m\u00fcssen. Dadurch wird die Stra\u00dfe wieder Teil des Wohnumfeldes und nicht nur Verkehrsfl\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das historische Ortsbild gewinnt: Eine durchgehende, ortstypische Pflasterung, reduzierte Beschilderung und sorgf\u00e4ltig platzierte Ausstattungselemente lassen Geb\u00e4ude, Fassaden und Pl\u00e4tze st\u00e4rker zur Geltung kommen. Die Ma\u00dfnahme unterst\u00fctzt damit nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern auch die Identit\u00e4t des Ortes und die Wertigkeit der angrenzenden Wohnlagen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verhalten von Bussen, Rettungsfahrzeugen und Entsorgungsfahrzeugen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Busse bleiben im Shared Space grunds\u00e4tzlich zugelassen, bewegen sich jedoch mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit und erh\u00f6hter Aufmerksamkeit. Die Linienf\u00fchrung wird so gestaltet, dass Begegnungen mit anderen Fahrzeugen m\u00f6glich bleiben und Haltepunkte barrierefrei erreichbar sind. Der Busverkehr erh\u00e4lt keine dominierende Fahrbahn, sondern ordnet sich in den gemeinsam genutzten Raum ein. Fahrg\u00e4ste profitieren von kurzen, niveaugleichen Wegen und gut zug\u00e4nglichen Haltestellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rettungsfahrzeuge m\u00fcssen den Bereich jederzeit sicher und z\u00fcgig erreichen k\u00f6nnen. Deshalb werden ausreichende Durchfahrtsbreiten, tragf\u00e4hige Oberfl\u00e4chen, freigehaltene Bewegungsr\u00e4ume und klar erkennbare Zufahrten eingeplant. Im Einsatzfall haben Rettungsfahrzeuge weiterhin Vorrang; die Gestaltung des Shared Space darf ihre Erreichbarkeit nicht einschr\u00e4nken. M\u00f6blierung, Pflanzk\u00fcbel oder Sitzgelegenheiten werden so angeordnet, dass sie Orientierung bieten, aber keine Einsatzwege blockieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entsorgungsfahrzeuge nutzen den Shared Space zu festgelegten Zeiten und mit angepasster Geschwindigkeit. F\u00fcr M\u00fcllabfuhr, Stra\u00dfenreinigung und Winterdienst werden die notwendigen Schleppkurven, Aufstellfl\u00e4chen und Belastbarkeiten der Pflasterfl\u00e4chen ber\u00fccksichtigt. Sammelstellen und Abholpunkte werden so organisiert, dass sie f\u00fcr \u00e4ltere Anwohnerinnen und Anwohner gut erreichbar sind und gleichzeitig den Verkehrsraum nicht dauerhaft verstellen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Projektwirkung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Umgestaltung der ehemaligen Durchgangsstra\u00dfe schafft einen \u00f6ffentlichen Raum, der Verkehr weiterhin erm\u00f6glicht, aber dem Wohnen, Gehen, Begegnen und Verweilen deutlich mehr Gewicht gibt. Sie verbindet Verkehrssicherheit, Barrierearmut, Ortsbildpflege und soziale Teilhabe. Besonders f\u00fcr \u00e4ltere Menschen entsteht ein wohnungsnaher Freiraum, der Selbstst\u00e4ndigkeit unterst\u00fctzt, Alltagswege erleichtert und die Lebensqualit\u00e4t im historischen Ortskern nachhaltig erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Neugestaltung der Stra\u00dfen in der historischen Altstadt von Felsberg zeigt, welche enorme Aufwertung hierdurch entstanden ist. 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