Alles wird gut? – Warum Felsberg seine Chancen endlich nutzen muss

Eigentlich könnte alles gut sein.

Doch ein entscheidender Baustein fehlt bis heute.

Denn Felsberg hat in den vergangenen Jahrzehnten gezeigt, was möglich ist, wenn Bürgerengagement, kommunalpolitische Entscheidungen und Verwaltungshandeln zusammenwirken. Seit Mitte der 90er Jahre wurden Projekte umgesetzt, die die Altstadt sichtbar nach vorn gebracht haben. Wer heute durch die Straßen geht und sich an den Zustand um das Jahr 2000 erinnert, erkennt den Fortschritt sofort: sanierte Häuser, verbesserte Straßenräume, neue Impulse für ein historisches Stadtbild, das wieder Lebensqualität ausstrahlt.

Die Verkehrsberuhigung der Untergasse – seit 30 Jahren versprochen, seit 4 Jahren möglich, aber immer noch nicht umgesetzt

Die Umgehungsstraße ist seit vier Jahren in Betrieb. Sie sollte die Voraussetzung schaffen, um die Untergasse endlich zu entlasten. Der Schwerlastverkehr ist verschwunden.

Aber die Realität sieht anders aus: Gefühlt fahren heute mehr PKWs durch die Untergasse als zuvor – und das schneller, trotz Tempo 30. Die Straße bleibt laut, gefährlich und unattraktiv. Die Chance, die Altstadt zu einem echten Wohn- und Aufenthaltsraum zu entwickeln, wird nicht genutzt, obwohl die historische Kernstadt mit der Burg das „Aushängeschild“ Felsberg darstellen soll und als solches beworben wird.

Ideen gibt es genug

Anwohnerinnen und Anwohner haben zahlreiche Vorschläge eingebracht: kostengünstig, pragmatisch, sofort umsetzbar. Doch eine echte Beteiligung der Betroffenen zur Neugestaltung der Straße hat bisher nicht stattgefunden und ist wohl auch nicht beabsichtigt. Das ist schwer zu verstehen. Denn die Stadt selbst formuliert ambitionierte Ziele.

„Felsberg soll sich positiv entwickeln“ – ein Anspruch, der Verpflichtung ist

Bürgermeister Björn Vaupel sagte im Frühjahr 2025 laut HNA (17.02.2025):

„Stadtentwicklung ist dann positiv zu sehen, wenn es einen Mehrwert bringt, zum Beispiel durch Wohnraum, Infrastrukturverbesserung, kulturelle Bereicherung oder durch umweltfreundliche Projekte, nicht aber durch Zögern oder Verhindern von Entwicklungsschritten. Ich selbst möchte, dass sich die Stadt Felsberg positiv entwickelt und man dies sieht.“

Genau das möchten die Bürgerinnen und Bürger der historischen Altstadt auch.Sie möchten, dass man die positive Entwicklung endlich sieht: in einer verkehrsberuhigten Untergasse, in sicheren Wegen und Übergängen, in lebendigen Straßenräumen, in einer Altstadt, die nicht länger Durchgangsstraße ist, sondern Lebensraum.

Felsberg hat die Chance – jetzt muss sie genutzt werden

Die Umgehungsstraße ist gebaut. Die Voraussetzungen sind geschaffen. Die Ideen liegen auf dem Tisch. Die Bürger sind bereit, sich einzubringen.

Was fehlt, ist der Schritt, der alles möglich macht: die konsequente Verkehrsberuhigung der Untergasse und die Beteiligung der Menschen, die dort leben.

Beispiel einer Neugestaltung der Untergasse in der historischen Altstadt Felsbergs

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